Körperarbeit3|16

Cranio-Sacrale Trauerarbeit

Trauer und Trennungsschmerz gehören zu den heftigsten Gefühlen, die wir kennen.

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Cranio-Sacrale Trauerarbeit

Cranio-Sacrale Trauerarbeit

Dabei handelt es sich um eine Körperarbeit, die ursprünglich aus der Cranio-Sacralen Therapie entstanden ist. Die CST hat sich aus der Osteopathie heraus entwickelt und wird auch die kleine Schwester der Osteopathie genannt.

Es ist keine manipulative Technik, das Gewebe wird lediglich eingeladen, in die freie Richtung zu gehen. Der Therapeut geht in den Kontakt mit dem Gewebe und der Mensch wird immer als Ganzes betrachtet. Aus meiner Arbeit als Sportphysiotherapeutin mit vielen Fortbildungen hat sich eine eigene Art der Therapie-Trauerarbeit entwickelt, die sich aus vielen Aspekten zusammensetzt.

Unsere Zellen haben ein Zellgedächtnis. Dieses speichert nicht nur die Information einesvergangenen Schmerzes oder eine veränderte Gewebespannung, sondern auch verdrängte Gefühle wie Trauer, Wut oder Einsamkeit. Auslösende Faktoren können unter anderem Geburtsvorgänge, Stress, Unfälle, Operationen, Verletzungen der Wirbelsäule und Trauersituationen sein.

Zunächst geraten wir in einen Schockzustand. Wir sind handlungsunfähig und unsere Zellen, unsere Körperstrukturen verharren ebenfalls in dieser Starre. Es folgt das Umschalten in einen Funktionsmodus. Dabei geht das Fühlen verloren, wir verlieren die Orientierung in uns, fühlen uns selbst nicht mehr. In der akuten Phase der Trauer ist das sinnvoll, denn oft wäre der Schmerz nicht ertragbar. Nur begleitet uns diese Traurigkeit ein Leben lang, denn die Zellen verbleiben in der Starre. Dadurch zeigen sich oft körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Anspannungen, Rückenschmerzen, Depressionen oder scheinbar unerklärliche Wutausbrüche. Trauer hat viele Gesichter.

In meiner Arbeit geht es darum, durch besondere Techniken den Trauernden in ihrem Schmerz das Fühlen und die Lebendigkeit wiederzugeben. Alle Strukturen des Körpers, alle Zellen, in denen sich das Erlebte und die Trauer manifestiert haben, werden behandelt, denn sonst wird es nicht verarbeitet.

CST bietet die Möglichkeit, Betroffene wieder in das Fühlen zurückzubringen. Auch Trauer will gefühlt werden, damit wir in eine sich bewegende Trauerarbeit kommen. All das geschieht zu seiner Zeit, im eigenen Rhythmus und in einem gehaltenen, achtsamen Raum. Als Betroffener merkt man, dass Gedanken, Gefühle und Tränen kommen - jedoch um zu gehen. Eigene Regulationsmechanismen werden angeregt, sich selbst wieder ins Lot zu bringen. Vor Überforderung braucht man keine Angst zu haben; es zeigt sich nur so viel, wie wir auszuhalten in der Lage sind.

Im Bereich der palliativen Versorgung ist die Cranio-Sacrale Trauerarbeit eine Möglichkeit, dem Sterbenden auf dem Weg, der gegangen werden muss, Balance und Orientierung zu geben. Aufgrund der entspannenden Wirkung auf den gesamten Organismus ist oft Beruhigung und Harmonie festzustellen.

Über den Autor

Daniela Hofferbert

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Craniosacrale Trauerarbeit – Körper und Seele in der Trauer | COLUMBA