Columba spiritual care2|16

Impulse für die Seele

Texte aus dem Projekt „Lebensfarben“ über Lebensbilanz, Liebe und Abschied.

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Spiritual CareLebensfarbenGedichtLiedtext
Im PDF lesenSeiten 26–27
Impulse für die Seele

Impulse für die Seele

Columba spiritual care

Ein Text nimmt die eigene Lebensbilanz in den Blick und lädt ein, angesichts der eigenen Endlichkeit, das Leben im Hier und Jetzt achtsam zu gestalten. Manchmal, wenn mein Leben mal nicht an mir vorbeirauscht, sondern kurz anhält und sich zu mir setzt, wenn ich mich mal nicht ablenke oder ablenken lasse, wenn mal gar nichts anderes da ist außer mir, dann spür ich mich und kann aus mir lesen wie aus einem Buch. Ich schlage die Kapitel auf, lese Geschichten von früher, sehe meine Sehnsucht von heute und fühle meine Träume für mein Morgen. Im Buch meines Lebens find ich sie alle, meine ganzen Lebensfarben. Da ist das Rot, das mein Herz klopfen lässt. Hier das Blau, das von meiner Sehnsucht erzählt. Und hier ist das Grau, das mich manchmal einholt und auch das Schwarz, das mich weinen lässt.

Und hier, hier ist das Grün, das für meine Hoffnung steht. Wenn es mal so ist, dass ich bei mir bin und meine Lebensfarben spüre, dann sind das die Augenblicke, in denen ich lebe, in denen ich in mir wohne. Und dann kommt – so als Geschenk- – eine tiefe Dankbarkeit, dass ich leben darf, dass ich lieben darf, dass ich liebenswert bin und dass es einen gibt, der mich atmen lässt und sich nichts mehr wünscht als mein Glück. Dann, ja dann, ist das ein bisschen wie Himmel, ich inhaliere Leben und spüre meine Lebensfarben. Und dann will ich nichts mehr verpassen, will mich bunt und will mich frei. Damit ich dann – irgendwann – versöhnt mit mir sagen kann: Ich habe mein Leben nicht vertan. Drum fang ich jetzt an, mag nichts mehr verdrängen, nichts mehr verschieben, mag nichts mehr auf morgen aufheben, sondern heut meine Farben leben.

Ein Gedicht erzählt von einer Begegnung auf dem Friedhof und der Hoffnung, dass Liebe unendlich ist. Columba „spiritual care“ Impulse für die Seele In uns’ren Wänden lebst du noch, und lachst und schimpfst mit mir. Ich rieche dich, dein Duft tut weh. Es ist nicht mehr was es mal war - mit dir. Ich sitz viel da und gehkaum weg, doch jeden Tag zu dir. Ich sag dir dann, wie du mir fehlst. Was soll ich hier? Vergiss mein nicht Texte aus dem Projekt „Lebensfarben“ (Artikel Seite 26) Markus Starklauf Ich sah ihn auf dem Friedhof – ein alter Mann vor dem Grab seiner kürzlich verstorbenen Frau. Er ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Und ich fragte mich: Wie kann er mit dem Schmerz leben? Wie kann er alleine sein - ohne sie? Er legte Blumen an ihr Grab, als ob er ihr zeigen wollte, dass seine Liebe zu ihr niemals sterben kann.

Ich vermiss schon jetzt dein buntes Lachen, das alle Herzen höher schlagen lässt. Deine Kunst mich sanft und sicher abzuholen, sitz’ ich mal wieder hinter meinen Mauern fest. Wir wollten uns und das Leben voll genießen, aber dafür war ja viel zu wenig Zeit. Bleib bitte noch, verlass’ mich nicht! Denn wenn du weggehst, fühl’ ich mich tot, ich bin einfach nicht bereit. Du hast mich wesentlich ganz tief berührt. Ich bin eins mit dir und ich spür, dass in mir alles bleibt, auch wenn du gehst. Hast mich tief berührt. Ich bin eins mit dir und ich spür’, dass in mir alles bleibt, auch wenn du gehst. Dein leerer Platz tut jetzt schon weh, dein langes Sterben zerreißt auch mir mein Herz! Ja ich würd’ so gern an deiner Stelle gehen, bin nur noch Ohnmacht, Vorwurf und Schmerz. Du hast mich wesentlich ganz tief berührt. Ich bin eins mit dir und ich spür, dass in mir alles bleibt, auch wenn du gehst.

Hast mich tief berührt. Ich bin eins mit dir und ich spür’, dass in mir alles bleibt, auch wenn du gehst. Ich wünsch’ dir Glück auf deinem Weg, dass du geborgen bist in Gottes Hand! Ich bleib’ zurück, auf Wiedersehen, du bleibst das Beste, das ich im Leben fand! Ein Liedtext erzählt von einem Mann, der seine krebskranke Frau zuhause – mit Unterstützung des SAPV-Teams – liebvoll und bis zuletzt begleitete. Liebe, die „wesentlich“ ist, geht über den Tod hinaus. Markus Starklauf Text: Markus Starklauf, Musik: Matthias Stengel Weißt du noch, wir fragten oft: Wer darf als erster gehen? Jetzt bist du fort und lässt mich hier alleine stehen. Ich wünsch dir, dass dir jetzt dort drüben der Himmel ganz unendlich blüht. Hast dich dein liebes langes Leben so um die anderen gemüht.

So lang ich kann und mich die Beine tragen, besuch ich dich an jedem Tag, Ich wär jetzt gern, in deiner Welt, seh’n wir uns wieder, sag? Siehst du mich grad? Hörst du mich weinen? Bist du in meiner Nähe? Was gäb’ ich drum, wenn ich noch mal dein verschmitztes Lachen sähe. Morgen, ja dann bring ich dir, Blumen und ein neues Licht, Sie haben dir ja stets gefallen, du weißt: „Vergiss mein nicht.“ Jetzt gehich heim, zu uns nach Haus, wo wir einstgeborgen. Mein Herz tut weh, die Zeit wird lang… Wir sehen uns dann morgen. Wenn du gehst

Über den Autor

Markus Starklauf

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Seiten 26–27

Impulse für die Seele – Spiritual Care in der Palliativmedizin | COLUMBA